“Sich fügen heißt lügen”

Vor 80 Jahren wurde Erich Mühsam im KZ Oranienburg ermordet

Eine Mahnwache von Andreas Schlegel (DKP-Oldenburg)

Erich Mühsam war ein vielseitiger Mensch, der seine Spuren nachhaltig in der Literatur, Kunst und Politik der frühen Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hinterlassen hat. Als Sohn jüdischer Eltern am 6. April 1878 in Berlin geboren, wächst Erich Mühsam in Lübeck auf, wo er bereits während seiner Schulzeit wegen „sozialistischer Umtriebe“ auffällig wird. Nach Abschluß einer Apothekerlehre kehrt er 1901 als freier Schriftsteller nach Berlin zurück und schließt sich dort über die Freundschaft mit Gustav Landauer der kommunistisch-anarchistischen Bewegung an.

Gedenktafel, Erich Mühsam, Dörchläuchtingstraße 50, Berlin-Britz, Deutschland
Gedenktafel, Erich Mühsam, Dörchläuchtingstraße 50, Berlin-Britz, Deutschland

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KLASSENMACHT DURCH ARBEITERSOLIDARITÄT!

Eine Wortmeldung von Andreas Schlegel (DKP Oldenburg)

„Die Brüderlichkeit der Völker ist für die Sache der Arbeiter dringend notwendig. Denn jedes Mal, wenn wir den Versuch unternehmen, unsere soziale Lage zu verbessern, indem wir die Stunden der Plackerei reduzieren oder den Preis der Arbeit erhöhen, drohen die Unternehmer uns an, Franzosen, Deutsche, Belgier oder andere herüberzuholen, damit wir unsere Arbeit für geringeren Lohn verrichten. Leider wurde diese Drohung auch bereits wahr gemacht. Das heißt nicht, dass unsere Brüder vom Kontinent uns schaden wollen, sondern dass es an regelmäßiger und systematischer Kommunikation zwischen den arbeitenden Klassen aller Länder mangelt. Wir hoffen, diesen Mangel schnell behoben zu sehen, denn unsere Bestrebung ist es, die Löhne der schlecht bezahlten Arbeiter denjenigen der besser entlohnten so weit als möglich anzugleichen, anstatt es den Unternehmern zu erlauben, uns gegeneinander auszuspielen.“ (Grußadresse einer Einladung zu einem Treffen von englischen an französische Arbeiter von 1863)

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