Veranstaltung zur Reichsprogromnacht

Am 3.11. findet im „Beppo“ eine Veranstaltung der DKP zum  Antisemitismus und der Vernichtungspolitik der Hitlerfaschisten statt. Eingeladen ist Jürgen Lloyd aus Krefeld, Lehrer an der Karl-Liebknecht-Schule der DKP.

Als vor 78 Jahren die Synagogen in Deutschland angezündet wurden, war das ein vorläufiger trauriger Höhepunkt der Verfolgung von Jüdinnen und Juden im so genannten „Dritten Reich“ und es war der Startschuss zur gewaltsamen Vertreibung und Ermordung jüdischer BürgerInnen.

Vorausgegangen war das „Reichsbürgergesetz“ und das so genannte „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes“ von 1935, besser bekannt als „Nürnberger Gesetze“ und – schon unmittelbar nach der Machtübertragung an die NSDAP – das „Gesetz über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“. All diese Gesetze und nachgelassenen Verordnungen grenzten Bürger jüdischen Glaubens, oder Herkunft, nach und nach aus, verunmöglichten ihnen ihren Beruf nachzugehen, öffentliche Ämter zu bekleiden und stellten Handlungen unter Strafe, die der Stigmatisierung und Ausgrenzung aus der Gesellschaft dienten.

Die KPD erklärte zu den Ereignissen der Nacht vom 9. auf den 10. November und der darauffolgenden Verschleppung von zehntausenden Menschen in die Konzentrationslager:

Die Kommunistische Partei wendet sich an alle Kommunisten, Sozialisten, Demokraten, Katholiken und Protestanten, an alle anständigen und ehrbewussten Deutschen mit dem Appell: Helft unseren gequälten jüdischen Mitbürgern mit allen Mitteln! Isoliert mit einem Wall der eisigen Verachtung das Pogromistengesindel von unserem Volke! Klärt die Rückständigen und Irregeführten, besonders die missbrauchten Jugendlichen, die durch die nationalsozialistischen Methoden zur Bestialität erzogen werden sollen, über den wahren Sinn der Judenhetze auf!

Die Ausgrenzung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung, aber auch der Sinti und Roma, der geistig und körperlich Behinderten, der Homosexuellen, der so gennanten „Asozialen“ und so genannten „Berufsverbrecher“, der Bibeltreuen, der FriedenskämpferInnen wie Carl von Ossietzky sowie der KommunistInnen und SozialistInnen diente letzendlich der Kriegsvorbereitung und der Kriegsmobilisierung der Massen.

Hierüber wollen wir mit dem Marxisten Jürgen Lloyd diskutieren und den Fragen nachgehen: Was bedeutet die Vernichtungspolitik der Nazis für unser Verständnis vom Faschismus heute? Reicht es nicht, wenn wir uns einig sind, den Holocaust, die Massenmorde, die Vernichtungslager zu verurteilen und gemeinsam dafür zu sorgen, dass dieses erfreulich breit geteilte Urteil auch in Zukunft beibehalten wird? Oder erfordert unser Interesse an einer wirksamen antifaschistischen Praxis über die Verurteilung hinaus ein Verständnis davon, was zu diesen Verbrechen geführt hat?

Donnerstag, 3.11.2016
Beginn: 20.00 Uhr
Gaststätte „Bei Beppo“, Auguststr. 57, Oldenburg

Die ganze Erklärung der KPD vom November 1938 kann hier nachgelesen werden.