Der ewige Drang: Zur Erinnerung an den 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion

Es dauerte von 1945 an gerechnet schlappe 40 Jahre, bis ein Bundespräsident der deutschen Bevölkerung meinte zumuten zu können, dass der Sieg der Alliierten und die völlige Niederlage des deutschen Faschismus nicht mehr, wie bisher, als eine Niederlage und Schmach betrachten werden solle, sondern als ein Ereignis der Befreiung. Dass dieser Tag, der 8. bzw. 9. Mai 1945, ein Referenzdatum hat, gerät hierzulande gerne in Vergessenheit: Die Rede ist vom 22. Juni 1941.

An diesem Tag begann, von Anfang an von Hitler beabsichtigt und von der Wehrmacht bis ins Detail geplant, der Krieg gegen die Sowjetunion – und er war mit nichts zu vergleichen, was der Zweite Weltkrieg bis zu diesem Tag an „Feldzügen“ und Kampfhandlungen im Westen und Norden Europas aufzuweisen hatte. Er war von Anfang an als Vernichtungskrieg konzipiert – erstens sollte mit der Vernichtung der „jüdisch-bolschewistischen Untermenschen als Träger der kommunistischen Ideologie“ mit dem Kommunismus endgültig Schluss gemacht werden nachdem man sich im Deutschen Reich der Kommunisten schon entledigt hatte. Zweitens beabsichtigte die herrschende Klasse in Deutschland, also die Banken, die Industrie und der agrarische Großgrundbesitz, sich nicht nur der schier unermesslichen industriellen und agrarischen Ressourcen der Sowjetunion zu bemächtigen, sondern drittens sollte die dortige Bevölkerung entweder gleich vernichtet, oder als Zwangsarbeiter der Vernichtung durch Arbeit zugeführt werden. Der Rest sollte verhungern. Das Land sollte – laut „Generalplan Ost“ – bis zu einer Linie von Archangelsk im Hohen Norden bis nach Astrachan im Süden von deutschen bzw. „volksdeutschen“ Wehrbauern besiedelt und kolonisiert werden. Da träumte sicherlich der eine oder andere „Volksgenosse“ von seinem ganz eigenen Rittergut in den Weiten des neuen „deutschen Indiens“ – des Pendants zur damaligen britischen Kronkolonie.

Dass es nicht soweit kam und auch die slawische Bevölkerung anderer osteuropäischer Staaten vor einem ähnlichen Schicksal bewahrt wurde, kostete 27 Millionen Sowjetbürgern das Leben und endete einerseits, wie eingangs erwähnt, mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Streitkräfte, und andererseits mit dem Sieg der ganzen Menschheit und der Vernunft über die faschistische Barbarei.

Schon die deutschen und österreichischen Armeen des ersten Weltkriegs hielten weite Gebiete des europäischen Teils Russlands aus den gleichen wirtschaftlichen Gründen besetzt. Die Ukraine fand damals als Satellit der deutsch dominierten Mittelmächte das erste mal zu eigener Staatlichkeit.

Seit 1990 ist der Weg nach Osten für das deutsche Großkapital wieder frei und es lässt, durchaus in Konkurrenz zum internationalen Finanzkapital und doch gemeinsam mit ihm, nichts unversucht, um an die fetten Brocken zu gelangen. Dabei ist ihnen ein souveränes und selbstbewusstes Russland nur hinderlich und darum werden alle Register gezogen und – buchstäblich – alle Geschütze aufgefahren. Besonders beliebt als propagandistische Waffe sind natürlich die „Menschenrechte“, mit denen man die russländische Bevölkerung gerne beglücken würde – wenn man nur dürfte!

Unschwer lässt sich also eine Kontinuität in diesem Drang des deutschen Imperialismus nach Osten erkennen. Quer durch alle Parteien in Deutschland, mit Ausnahme der Partei „Die Linke“ und vielleicht Teilen der AfD wird gegen Russland Position bezogen und im Zuge der NATO-Osterweiterung auch militärisch in Stellung gegangen. Besonders aber die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“, die sich in ihrem Wahlprogramm vehement anti-russisch (und anti-chinesisch) ins Zeug legt, tut sich hier besonders hervor und offenbart sich als politischer Arm und als Sprachrohr der aggressivsten Teile des Finanzkapitals.

Diesmal aber kommen wir nicht als Herrenmenschen, sondern als die „Guten“ mit unserer „wertebasierten Ordnung“. Ist aber irgendwie auch das Gleiche.

!!Darum aufgepasst: Wer heute Grüne wählt, findet sich morgen vielleicht im Krieg wieder!!