DKP und SDAJ führen in Delmenhorst Blockade gegen rassistischen „Frauenmarsch“ an

Am 05.05.2018 wurde in Delmenhorst von RassistInnen ein Ableger der „Bremer Frauenmärsche“ durchgeführt. Die aus dem protofaschistischen AfD-Umfeld organisierte Demonstration „gegen die Öffnung der Grenzen und die Zuwanderung von illegalen Flüchtlingen“ zog am Samstag ca. 50 hauptsächlich männliche Rechte in die Stadt. Vertreten waren die Delmenhorster AfD-Politiker Lothar Mandalka, Holger Lüders und Stefan Kappe, sog. „Indentitäre“ sowie auch vereinzelte Nazi-Skinheads, vermutlich „Blood Brother Nation“-Mitglieder aus dem Vechtaer Raum .

Im Vorfeld haben die DKP Delmenhorst sowie die SDAJ Bremen-Oldenburg sich im Bündnis über das Delmenhorster Friedensforum zusammen mit u.A. Linksjugend und DIDF an der Organisation von Gegenaktionen beteiligt. Organisiert wurden mehrere Kundgebungen mit mehreren hundert Beteiligten aus dem gesamten linken Spektrum sowie eine Demo unter SPD/Grüne-Regie, die allerdings bereits drei Stunden vor dem sog. „Frauenmarsch“ begann sowie von der Demoroute der RassistInnen wegführte – und daher nur spärliche Beteiligung fand.

Aufgrund von kollektiver Auswertung der Erfahrungen in Hamburg und Hannover (G20 und AfD-Bundesparteitag) wurde diesmal im Vorfeld regional mobilisiert und trotz knapper Zeit gründlich vorbereitet. Im Vordergrund standen dabei die Sicherheit der GenossInnen aller Altersstufen, sowie ein auf verbindlichem Konsens basierender Aktionsplan. Dadurch war es möglich, nach dem frühen Ende der Kundgebungen zügig auf die Demoroute der Rassisten zu gelangen, und im Bereich Bremer Straße eine Sitzblockade anzuführen. Durch das entschlossene und ruhige Auftreten der KommunistInnen mit DKP-Fronttransparent „gemeinsam Kämpfen: gegen Rassismus und Nato“ an der Spitze konnten viele weitere DemonstrantInnen zur Teilnahme an der Blockade bewegt werden, so dass der Verkehr für eine Stunde völlig zum Erliegen kam.

Hervorzuheben ist auch die Reaktion der Polizei, welche zwar zunächst mehrfach zur Räumung der Blockade aufforderte, dann aber die ruhigen, Arbeiterlieder singenden und von einer Sambagruppe begleiteten GenossInnen schlussendlich nicht abräumte, sondern als Versammlung einstufte und den sog. „Frauenmarsch“ daran vorbeiführte. Wie geplant gelang es ebenfalls, sämtliche GenossInnen nach dem Ende der Aktionen völlig unbehelligt zum Sammelpunkt zu führen. Dort wurde kollektiv ausgewertet. Einhelliges Fazit: ein voller Erfolg, der Mut macht, nächstes Mal noch besser zu werden!

Das könnte auch notwendig werden, denn wie aus Bremen bekannt, werden vermutlich in kommender Zeit weitere ähnliche Demonstrationen angemeldet werden.