DKP Oldenburg solidarisch mit Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie

SOLIDARITÄTSADRESSE AN DIE KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN IM WARNSTREIK

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir wünschen Euch in Eurem Tarifkampf viel Erfolg!

Die Arbeitgeberseite zeigt sich, wie so oft, als uneinsichtig. Dabei vertreten sie, wie kann es anders sein, ihren Standpunkt stur und meinen Ihre besonderen betrieblichen Interessen, also Klasseninteressen seien für Allgemeingültig zu erklären.

Insbesondere Eurer Kampf um eine Arbeitszeitreduzierung bezeichnet die Kapitalseite für unannehmbar. Die Aussage des Hauptgeschäftsführers NiedersachsenMetall Dr. Volker Schmidt : „Was habe ich mit den familiären Zuständen der Beschäftigten zu tun?“ zeigt uns dabei nur eindringlich, das ihre besonderen Interessen eben nicht mit denen der Mehrheit identisch sind.

Dieser ihrer „engherzige“ Klassenstandpunkt bemisst sich allein, an dem, was die Kolleginnen und Kollegen für die Erhöhung des Profits wert sind. Familie, Beruf, Ausbildung, Pflege – was haben damit Schmidt, Dulger, Kramer, Wolf am Hut?  Recht haben sie – aus ihrer Sicht – nichts. Deshalb spricht K. Marx, dessen 200. Geburtstag wir in diesem Jahr begehen, davon,  das sich in dieser Auseinandersetzung der Kampf um zwei Prinzipien zeigt: Das der politischen Ökonomie des Kapitalismus und das der arbeitenden Klassen.

Eure aktuelle Forderung, die Arbeitszeit zeitweise auf bis zu 28 Stunden reduzieren zu können, ist deshalb ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Es muss u.E. allerdings darum gehen eine Forderung zu finden von der alle Kolleginnen und Kollegen profitieren, auch wenn sie keine Kinder oder pflegebedürftige Angehörige haben oder in Schicht arbeiten. Eine Forderung die alle Kolleginnen und Kollegen erreicht wäre noch durchsetzungsstärker.

Gesamtgesellschaftlich braucht es eine kollektive Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Das ist nicht nur eine tarif-ökonomische sondern eine politische Aufgabe die es zu stellen geht, denn durch den technischen Fortschritt und die damit verbundenen Produktivitätssteigerungen, Stichwort Industrie 4.0, wird insgesamt immer weniger menschliche Arbeit gebraucht um das gleiche zu produzieren.

In diesem Sinne wünschen wir Euch viel Erfolg und Kraft und sichern Euch unsere vollste Unterstützung zu!

DKP Oldenburg, 11.01.2018