Vor 99 Jahren: Sieg über den deutschen Militarismus

Wilhelmshaven: Am Sonntag den 05.11.2017 trafen sich Antimilitaristen, Kommunisten und Sozialisten auf dem Ehrenfriedhof in Wilhelnshaven um der Revolution von 1918 zu gedenken. In seiner Rede, hob der Genosse Michael Clemens, Mitglied der Kommunistischen Plattform in der Partei Die Linke, hervor: Lasst uns als Vermächtnis der Revolution von 1918 auch einem Geschichtsbild entgegentreten, das sich in dieser Stadt Wilhelmshaven immer mehr breitmacht und – wider besseres Wissen – die Ära des Hohenzollern-Reiches naiv glorifiziert, dessen angebliche Kulturleistungen für Wilhelmshaven preist und den aggressiv-militaristischen Charakter jenes Regimes als auch die in seinem Namen in den Kolonien in Afrika und in Fernost begangenen Verbrechen vollkommen ausblendet.“

Im Anschluss an die gut besuchte Gedenkveranstaltung trafen sich zahlreiche Vertreter verschiedener Organisationen und Einzelpersonen um einen Arbeitskreis zur Vorbereitung des 100. Jahrestages der Novemberrevolution zu gründen.

Wir veröffentlichen hier die Gedenkrede:

Novemberstürme durchtobten vom Meer her das kriegsmüde Land
und die sich stürmisch erprobten, bestanden, wie Liebknecht bestand.
Matrosen, im Kampfe verraten, hobt ihr unser Banner ans Licht –
die Stunde, Marinesoldaten, vergessen wir Arbeiter nicht!

So heißt es in der 2. Strophe eines Liedes über die Roten Matrosen des Jahres 1918

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Genossinnen und Genossen,

ganz herzlich begrüße ich Sie und Euch hier auf dem sogenannten Ehrenfriedhof.

Vor einigen Jahren gab es schon gelegentlich Gedenkveranstaltungen zu den Wilhelmshavener Matrosen-Aufständen in der Schluss-Phase des 1. Weltkrieges, mit denen der Deutsche Rote November 1918 und die Klassenkämpfe in den Monaten darauf eingeläutet wurden. „Vor 99 Jahren: Sieg über den deutschen Militarismus“ weiterlesen

Revolutionäre Matrosen

Im Sommer 1917 scheiterte eine Rebellion in der kaiserlichen Kriegsflotte

Anfang 1917 erreichten auch im deutschen Kaiserreich die Aktionen gegen den Krieg und gegen die zunehmende Not ein größeres Ausmaß. Der Hungerwinter 1916/17 hatte die Not vieler Menschen vertieft. Den verlustreichen Schlachten des Jahres 1916 – so der von Verdun – folgten opferreiche weitere. Doch der Krieg sollte bis zum siegreichen Ende weitergeführt werden. Nach Wechseln in der Obersten Heeresleitung standen nun zwei der entschiedensten Befürworter des Durchhaltens bis zum Sieg, Hindenburg und Ludendorff, an deren Spitze. Als Deutschland Anfang 1917 den uneingeschränkten U-Boot-Krieg erklärte, der sich vor allem gegen England richtete, das heißt gegen einen der Hauptkonkurrenten Deutschlands beim Kampf um Absatzmärkte, war der Kriegseintritt der USA die unmittelbare Folge. Ein Ende des Völkermordens, des Hungers und des Elends war nicht absehbar. „Revolutionäre Matrosen“ weiterlesen